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technik:ventile_einstellen [2019/03/14 23:36] (aktuell)
Meikel angelegt
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 +{{:​wiki:​gwiki-32.gif?​400|http://​www.gsx1100g.net}}
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 +====== Überprüfen und einstellen des Ventilspiels ======
  
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 +==== Einleitung =====
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 +Die nachfolgen Arbeiten setzen gute Grundkenntnisse in der Werkzeuganwendung voraus !!!
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 +Da diese Arbeiten recht komplex sind, ist eine gewisse Erfahrung als Voraussetzung hier anzusehen.
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 +Alle Anweisungen sind nur zu privaten Zwecken gedacht und sind unter Ausschluss von jeglichen Haftungsansprüchen. ​
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 +Die betreffenden Arbeitsschritte aus dem original Werkstatthandbuch für die GSX 1100 G sind hierbei berücksichtigt worden.
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 +Das Werkstatthandbuch sollte hierbei auch zur Verfügung stehen. ​
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 +Dann wird meine Anleitung auch transparenter und die Zeichnungen aus dem WHB verständlicher.
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 +Leider darf ich die Zeichnungen hier aufgrund des Urheberrechtes nicht verwenden.
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 +==== Warum ist eigentlich ein Ventilspiel vorhanden ? =====
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 +Warum gerade hier ein Spiel vorhanden sein muss, lässt sich leicht erklären. ​
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 +Im Prinzip sind die unterschiedlichen Temperaturen und Materialien hierfür ausschlaggebend.
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 +Kommt das Triebwerk auf Temperatur, erwärmen sich die Ventile viel schneller als der gesamte Motorblock.
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 +Aber auch im Fahrbetrieb unterliegen die Ventile einer viel höheren Temperatur als die anderen Motorbauteile.
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 +Die Einlassventile werden bis 500 Grad und die Auslassventile sogar bis über 800 Grad heiß.
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 +Bei fast allen Motoren ist der Zylinderkopf aus Aluminium und die Ventile sind aus hochwertigem Stahl gefertigt.
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 +In der Praxis bedeutet das, dass sich der Zylinderkopf mehr ausdehnt als die Ventile.
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 +Diesem unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten wird mit dem Ventilspiel Rechnung getragen.
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 +==== Warum ist eine Kontrolle des Ventilspiels notwendig ? ====
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 +Durch das ewige öffnen und schließen der Ventile verändert sich der Ventilsitz
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 +und das auch nur geringfügig.
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 +Dadurch wandert das Ventil immer weiter in den Zylinderkopf und damit näher zur Nockenwelle.
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 +Damit wird das Ventilspiel beim Auslaßventil kleiner, beim Einlaßventil wird es eher großer.
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 +Speziell das Auslaßventil gibt den Großteil der Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, über den Ventilsitz ab.
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 +Bei zu kleinem Ventilspiel wird die Zeit, in der die Wärme bei geschlossenen Ventil abgegeben werden kann, zu kurz.
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 +Das Ventil kann dann so heiß werden, das es anfängt zu schmelzen. Das hat dann einen kapitalen Motorschaden zur Folge.
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 +Das wäre der "Worst Case" aber die Ventilsitze und die Dichtfläche der Ventile leiden schon bei bei kleinem Ventilspiel,​
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 +und zwar bevor es zum Exitus kommt. Das hat unter Umständen zuerst einen Kompressionsverlust zur Folge.
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 +Das Werkstatthandbuch schreibt eine Kontrolle alle 6.000 Km vor.
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 +Dabei werden folgende Einstellwerte vorgegeben (bei kaltem Motor)
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 +  * **Einlaßventil 0.10 mm - 0.15 mm**
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 +  * **Auslaßventil 0.18 mm - 0.23 mm**
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 +Wenn das Ventilspiel auf das größte Maß eingestellt wird, kann der Intervall auf 10.000 km verlängert werden.
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 +Dazu muss aber dann recht sorgfältig bei der Justage vorgegangen werden.
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 +==== Notwendige Werkzeuge ====
 +----
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 +Folgende Werkzeuge werden zum Freilegen der Ventile notwendig:
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 +  * Kreuzschlitzschraubendreher
 +  * Ringmaulschlüssel SW 10
 +  * Kombizange o.a.
 +  * 1/4 Zoll Knarre
 +  * 1/4 Zoll Verlängerung kurz und lang
 +  * 1/4 Zoll Nuss SW 10
 +  * 1/4 Zoll Nuss Inbus SW 5
 +  * 1/4 Zoll Nuss Inbus SW 6
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 +==== Notwendige Demontagearbeiten ====
 +----
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 +Folgende Bauteile müssen demontiertert werden:
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 +  * **Sitzbank**
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 +  * **Seitendeckel links und rechts**
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 +{{:​technik:​fahrerhandbuch:​zeichungen_und_fotos:​seitenverkleidung_links_zeichnung.jpg?​nolink&​500|}}
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 +  * **Tank komplett**
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 +{{:​technik:​fahrerhandbuch:​zeichungen_und_fotos:​schrauben_tankbefestigung_2_zeichnung.jpg?​nolink&​500|}}
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 +Schrauben für die Tankbefestigung
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 +{{:​technik:​fahrerhandbuch:​zeichungen_und_fotos:​schrauben_benzinhahn_zeichnung.jpg?​nolink&​500|}}
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 +Schrauben für die Befestigung des Benzinhahns
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 +{{:​technik:​fahrerhandbuch:​zeichungen_und_fotos:​benzinhahn_hinten_zeichnung.jpg?​nolink&​500|}}
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 +Dann den Benzinschlauch abziehen (Benzinhahn geschlossen)
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 +  * **Impulsgeberdeckel**
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​vent05.jpg?​nolink&​500|}}
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 +  * **Ventildeckel (2 Teile)**
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​vent01.jpg?​nolink&​500|}}
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 +Erst die beiden Ölleitungen lösen
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​vent02.jpg?​nolink&​500|}}
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 +Der kleine Deckel (die 4 Schrauben in der Mitte ohne Pfeil) muss als erstes demontiert werden
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 +FIXME 
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 +Beim abnehmen des Ventildeckels auf die beiden Zapfen, für das Positionieren des Ventildeckels achten !
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 +(Siehe links oben auf dem nachfolgenden Foto)
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​markierung_nockenwelle_einlass.jpg?​600|Auf diese Zapfen achten !}}
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 +==== Notwendige Werkzeuge für das einstellen den Ventilspiels ====
 +----
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 +Hier sind die nötigen Werkzeuge zum Einstellen des Ventilspiels abgebildet.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​werkzeug_ventile_einstellen.jpg?​600| Die Seite 2/4 aus dem WHB ist hier sehr nützlich}}
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 +  * Einstellwerkzeug (Suzuki ET-Nummer: 09917-14910)
 +  * Ringmaulschlüssel SW 8 (am besten einen mit 6-Kant)
 +  * Fühlerblattlehren 0.10 mm, 0,15 mm, 0,18 mm, 0,23 mm (sinnvoll wäre in doppelter Anzahl)
 +  * Ringmaulschlüssel SW 19 (zum Drehen der Kurbelwelle)
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​fuehlerblattlehre_0.10_0.18.jpg?​600| Einlass auf 0.10 mm, Auslass auf 0.18 mm}}
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 +Wenn die Nockenwellen bearbeitet und neue Oberflächen erhalten haben ist es ratsam das Ventilspiel auf das kleinste Maß einzustellen.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​fuehlerblattlehre_2_eingesteckt.jpg?​600|Hier braucht man halt 2 Fühlerblattlehren}}
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 +Wenn man beim Einstellen eine 2. Fühlerblattlehre einsteckt, wird das Ergebnis genauer.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​fuehlerblattlehre_4_stueck.jpg?​600| Mit 4 Fühlerblattlehren ist das "​etwas"​ komfortabler}}
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 +Ich nutze immer gleich 4 Fühlerblattlehren.;​-)
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 +==== Grundstellung der Nockenwellen ====
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​markierung_kurbelwelle.jpg?​600|Markierung "​T"​ fluchtet mit dem Impulsgeber/​Gehäusefuge}}
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 +Den Motor an der Kurbelwelle (Sechskant SW19) im Uhrzeigersinn drehen bis sich die Markierung "​T"​ mit dem Impulsgeber deckt.
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 +FIXME 
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 +** Nicht den 6 mm Inbus zum drehen des Motors nutzen !
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 +Langsam und gleichmäßig drehen !
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 +2 Umdrehungen an der Kurbelwelle bedeuten 1 Umdrehung der Nockenwellen !**
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 +FIXME 
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 +Die Drehrichtung (im Uhrzeigersinn) immer beibehalten ! 
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 +Auch wenn zu weit gedreht wurde **NICHT** zurückdrehen,​ sondern wieder komplett durchdrehen. ​
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 +Das Drehen der Kurbelwelle gegen den Uhrzeigersinn kann zu Schäden am Anlasserfreilauf und dem Anlasser führen.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​markierung_nockenwelle_einlass.jpg?​600|Markierung fluchtet mit der Dichtfläche}}
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 +Jetzt sollten die Kerben nach innen, also zueinander zeigen.
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 +==== Postion der Kerben in den Nockenwellen ====
 +----
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 +Normalerweise reicht es aus, die betreffende Nocke nach oben zu bringen.
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 +Dafür muss die Kurbelwelle mehrmals gedreht werden.
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 +Das Werkstatthandbuch gibt eine Möglichkeit vor, bei der die Kurbelwelle nur zwei mal gedreht werden muss.
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 +Wenn die Kerben in der Nockenwelle **zu**einander ​ **//​hin//​-zeigen**,​ können folgende Ventile überprüft und ggf. eingestellt werden.
 +  * **Zylinder #2: __Einlaßventil__**
 +  * **Zylinder #3: __Auslaßventil__**
 +  * **Zylinder #4: __Einlaß- und Auslaßventil__** ​
 +\\
 +Wenn die Kerben in der Nockenwelle **von**einander **//​weg//​-zeigen**,​ können folgende Ventile überprüft und ggf. eingestellt werden.
 +  * **Zylinder #1: __Einlaß- und Auslaßventil__** ​
 +  * **Zylinder #2: __Auslaßventil__**
 +  * **Zylinder #3: __Einlaßventil__**
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 +Die Fühlerblattlehre sollte sich mit einen ganz leichten Widerstand ("//​saugend//"​LOL) nach dem festziehen der Kontermuttern bewegen lassen.
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 +**Je gleichmäßiger der Widerstand der einzelnen Ventile untereinander,​ desto genauer ist das einstellen !**
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 +==== Einbau des Ventildeckel und des Impulsgeberdeckel ====
 +----
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 +Endspurt ! Nun kann der Ventildeckel montiert werden.
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 +FIXME
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 +Bein Aufsetzen des Ventildeckels können leicht die Dichtringe der Zündkerzenlöcher abfallen. ​
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 +FIXME 
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 +Auch auf die beiden Zapfen, für das Positionieren des Ventildeckels achten !
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 +(Siehe links oben auf dem nachfolgenden Foto)
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 +Vor dem einsetzen der Schrauben den Sitz der Dichtungen überprüfen. Ich klebe die mit Flüssigdichtmittel ein.
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 +(Zb Reinzosil von Victor Reinz,​Hylosil von Hylomar, Loctite 5910. Alles etwa ähnlich und unschädlich für Dichtungen und Aluminium)
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​markierung_nockenwelle_einlass.jpg?​600|Alte Dichtmasse entfernen !}}
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 +Die Halbrunden Dichtflächen und den Eckbereich der Ausslaßseite dünn mit flüssig Dichtmittel bestreichen.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​hohlschraube_ventildeckel.jpg?​600| Die Dichtringe sind aus Aluminium}}
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 +Beim Einbau auf die Aludichtringe achten! Die können meistens wiederverwendet werden.
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​schraube_ventildeckel.jpg?​600|Die Dichtringe gibt nicht nur bei SUZUKI !}}
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 +Oft sind die Dichtringe der großen 8 Ventildeckelschrauben platt gedrückt. Im Zweifelsfall sollten die erneuert werden.
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 +Sonst wird der der Ventildeckel nicht stark genug auf den Zylinderkopf gedrückt und dann //"​schwitzt"//​ oft die Ventildeckeldichtung
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 +FIXME
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 +Das im Werkstatthandbuch angegebene Anzugsmoment ist zu hoch. 10 Nm sollten nicht überschritten werden. ​
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 +Ich ziehe die bei neuen Dichtungen mit 8 Nm an.
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 +**Anzugsmoment für die restlichen Ventildeckelschrauben : 8 -10 Nm**
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 +{{:​technik:​nockenwellen:​deckel_impulsgeber.jpg?​600|Hier auch immer eine neue Dichtung einbauen}}
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 +FIXME
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 +Die Schraube über dem "​Z"​ hat eine Dichtscheibe,​ bitte darauf achten.
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 +**Anzugsmoment für die Impulsgeberdeckelschrauben : 8 -10 Nm**
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 +//created by **MEIKEL**//​

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